Home
Über uns PDF Drucken E-Mail

Fachkreis sexualisierte Gewalt in der Einwanderungsgesellschaft
Mehr als die Hälfte aller in Hamburg lebenden Kinder haben einen Migrationshintergrund. Diese Mädchen und Jungen werden in Kindertageseinrichtungen und Schulen betreut, zumeist von weiblichen pädagogischen Fachkräften der Mehrheitsgesellschaft. Die Frage, ob mit dem bisherigen Präventions- und Beratungsangebot in der schulischen und außerschulischen Bildung sowie im Bereich von Freizeit und Hilfen alle Kinder und ihre Eltern gleichermaßen erreicht werden, ob es einen besondern Bedarf für Menschen mit Migrationshintergrund, Flüchtlinge und Illegalisierte gibt und wie man diesem gerecht werden kann, hat uns motiviert, im Januar 2008 den Fachkreis sexualisierte Gewalt in der Einwanderungsgesellschaft zu gründen.

Dabei beschäftigten uns folgende Leitfragen:
Wer arbeitet in der Praxis mit Mädchen und Jungen, Frauen und Männern mit Migrationshintergrund, mit Flüchtlingen und Illegalisierten, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind? These: nur ein sehr geringer Teil kommt zu den
Fachberatungsstellen.

Welche und wie viele Mädchen und Jungen, Frauen und Männer bzw. deren Familien nehmen die Unterstützung von Beratungsstellen in Anspruch? These: In kollektivistisch geprägten Gesellschaften werden Hilfen innerhalb der Familie gesucht. Um eine zusätzliche Stigmatisierung der Familie, Ethnie, Religionsgemeinschaft,.... zu vermeiden, wird häufig von einer Öffentlichmachung sexualisierter Gewalt abgesehen. Wenn Beratungsstellen aufgesucht werden, um welche Beratungsstellen handelt es sich dann? (Rebus, Erziehungsberatung, Integrationszentren, Mädchen- und Frauenberatungsstellen, Fachberatungsstellen gegen sexuellen Missbrauch...) These: von sexualisierter Gewalt betroffene Mädchen und Jungen, Frauen und Männer mit Migrationshintergrund scheuen eine zusätzliche Stigmatisierung durch das Aufsuchen einer spezialisierten Fachberatungsstelle. Wenn keine Beratungsstellen aufgesucht werden, werden dann andere Hilfesysteme in Anspruch genommen? (religiöse LeiterInnen, MigrantInnenselbsthilfegruppen, Familienstrukturen) Ziel: potentielle HelferInnen für das Thema Prävention und Intervention von sexualisierter Gewalt zu sensibilisieren um bereits bestehende Hilfsstrukturen auch bei derartigen Übergriffen nutzbar zu machen.